Köln und die Kölsche Lebensart
Köln ist sicherlich keine schöne Stadt. Und wenn man einem Fremden, der niemals in der Stadt war erklären soll, warum man gerade Köln so gut findet, ist das nicht leicht. Köln und seine Bewohner muss man eigentlich erlebt haben um zu verstehen was die Kölsche Lebensart ausmacht. Der Kölner an sich ist im Grunde genommen immer für ein Späßchen zu haben und hält auch selten seine Schnüss. Dem Kölner ist eigentlich egal wer da gerade neben einem steht oder sitzt, man wird gleich integriert, ob im Brauhaus oder beim Eishockeyspiel und nicht zuletzt auf einer der zahlreichen Karnevalsveranstaltungen oder im Straßenkarneval - das Motto heißt gemeinsam feiern. Dennoch können die Kölner und Kölschen Imis durchaus ernste Gespräche führen und es ist dann eben am Ende doch nicht so, dass das ganze Jahr über Karneval gefeiert wird. Aber hier im Rheinland generell ist man vielleicht insgesamt ein wenig lebensfroher und zeigt das auch.
Jedem der hier geboren oder aufgewachsen ist vermittelt das Wahrzeichen Kölns der Dom immer ein Gefühl von Heimat. Schon wenn man aus der Ferne den gewaltigen Bau erkennen kann, lacht das Herz jedes Kölnfans. Auch wenn die Düsseldorfer öfters frötzeln dass die Kölner nun sooo eine große Kirche gebaut haben und am Ende die Uhr vergessen haben einzubauen, da kann ich nur sagen der Kölner Dom lockt wenigstens Besucherscharen an im Gegensatz zum Düsseldorfer Dome (ISS-Dome).
Und auch das gehört zur Stadt die Rivalität der beiden Rheinmetropolen. Wobei es in der Regel ja nicht böse gemeint ist, aber ohne solche Fragen wie wer denn nun den besseren Karneval, die bessere Sportmannschaft oder auch das bessere Bier besitzt, würde doch wirklich was fehlen...
Karneval:
Karneval is für ne kölsche Jung natürlich die wichtigste Zeit im Jahr. Mir wurde quasi das Feiern in die Wiege gelegt und wenn die Sonne dann auch kräftig scheint, macht es gleich doppelt so viel Spaß! In diesem Sinne dreimal Kölle Alaaf!
Der Kölner Karneval - die fünfte Jahreszeit - beginnt am 11.11. um 11:11 Uhr auf dem Alter Markt und geht bis zum Aschermittwoch mit dem traditionellen Fischessen. Dieser Abschied vom bunten Karnevalstreiben wird durch die sog. Nubbelverbrennung um Mitternacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch eingeläutet.
Im Zeitraum zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch, dessen Länge im übrigen durch die kirchlichen Feiertage im Jahresverlauf bestimmt wird (40 Tage nach dem Aschermittwoch - ohne Sonntage mitzuzählen - ist Ostern) finden Sitzungen und Bälle mit ausgelassenem Karnevalprogramm und -treiben statt. Neben diesem offiziellen Karneval und den "Prunk"-Sitzungen mit Publikum aus der lokalen Polit- und Geldprominenz, gibt es den Straßen- und Kneipenkarneval mit eher jüngeren Karnevalbegeisterten, die auch gerne die Nächte des Karnevals durchfeiern. Dieser beginnt traditionell an "Altweiber", also dem Donnerstag vor Rosenmontag und versetzt die Stadt am Rhein für die nächsten 7 Tage in den Ausnahmezustand. Und inmitten dieses Ausnahmezustand finde ich mich Jahr für Jahr wieder um zu feiern. Es gab noch nie ein Jahr, in dem ich zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch das Büro betreten habe! In diesem Sinne nochmals dreimal Kölle Alaaf!



Kölsche Mundart:
"Et kölsche Schnüss" ist schon eine ganz Besondere. Der Kölner hat eine eigene Sprache: Kölsch. Kölsch ist eine lebende Sprache mit eigener Kultur, Literatur und vor allem Liedern, von Kölsch-Rock bis Karneval. Wahrscheinlich gibt es keine andere Stadt in Deutschland über die es mehr Lieder gibt und vor allen Dingen in der nahezu jeder Einwohner zumindestens einige dieser Lieder auf Anhieb -mehr oder weniger textsicher- vorsingen kann. Kölner -ob Jung oder Alt- hören kölsche Musik, die weitmehr als nur Karnevalsmusik ist, eigentlich das ganze Jahr über.
Die wichtigsten Besonderheiten des Kölschen: statt "g" am Wortanfang wird meistens "j" gesprochen, der "ich"-Laut klingt immer wie "sch", statt "das" und "was" heißt es "dat" und "wat".
Wenn Auswärtige vom rheinischen Dialekt sprechen, dann reden sie nur über die halbe Wahrheit und nennen alles gleich Kölsch. Ein Düsseldorfer z.b. würde nie von sich behaupten Kölsch zu sprechen, er spricht halt Rheinisch oder Düsseldorfer Platt. Und der Bauer aus der Eifel wiederum spricht einen völlig anderen Dialekt als der Bergheimer.
Zur Verdeutlichung ein paar Beispiele:
| Deutsch | Rheinisch | Kölsch |
| Guten Morgen! | Juten Morjen! | Morje! |
| Guten Tag! | Juten Tach! | Daach zesamme! |
| Guten Abend! | Juten Abend! | N'Avend! |
| Gute Nacht! | Jute Nacht! | Naach! |
| Wie geht es? | Wie jeht et? | Wie is et? |
| Danke, gut! | Danke, jut! | Jot! |
| Auf Wiedersehen! | Auf Wiedersehen! | Tschö! |
| bitte | bitte | bitteschön |
| danke | danke | Sch dank der |
| ja | ja | jo |
| nein | nein | enä |
Kölsches Bier - Kölsch
Obergärig, mit ca. 4,8% Alkohol – getrunken aus so genannten Kölner Stangen. Kölsch ist ein helles blankes Vollbier. Kölsch ist nicht nur ein Sortenname, sondern auch eine rechtlich geschützte Herkunftsbezeichnung. Es darf nur in Köln und unmittelbarer Umgebung unter diesem Namen gebraut werden – zum Wohle der Sorte. Ein Kölsch trinkt man entweder in einem gemütlichen Kölner Brauhaus im Schatten des Doms - serviert von einem freundlichen Köbes, einem der zahlreichen Biergärten der Römerstadt oder daheim aus einem so genannten Pittermännchen, einem 10-Liter-Faß.
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